Der Name „Carl Diem“ verschwindet

Bild: www.mein-wadersloh.de

Die Carl-Diem-Sporthalle und die zugehörigen Sportanlagen werden umbenannt.

In der Sitzung des Hauptausschusses am 12.06.2019 hat die CDU sich dazu durchgerungen, nicht an ihrer Entscheidung aus der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport am 15.05.2019 festzuhalten. Dort hatten sie den Antrag der FWG-Fraktion, die Sporthalle und die Sportanlagen umzubenennen, abgelehnt. Wir hatten uns enthalten, weil die Informationslage an diesem Tag trotz eigener Recherchen nicht eindeutig genug war.

Wir haben anschließend sehr viele Emails bekommen, es gab Leserbriefe und auch viele persönliche Ansprachen. Nach unserem Leserbrief in der Glocke mit der Ankündigung, dass für uns das Thema nicht vom Tisch ist, bekamen wir auch hierfür viel Zuspruch. Keiner war dabei, der Carl Diem als Namensgeber der Sporthalle behalten wollte. Wir haben deshalb sogar ein neues Mitglied in der SPD. Das Interesse der Wadersloher Bevölkerung war groß.

Das konnten, durften und wollten wir nicht ignorieren und deshalb war es gut, dass wir in der Sitzung des Hauptausschusses noch einmal darüber diskutiert haben. Das haben wir vor allem dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger zu verdanken, die ihre Stimme erhoben und Druck aufgebaut haben.

Wir freuen uns über den Sinneswandel der CDU. Offenbar hat auch sie gemerkt, dass dieses Thema die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde bewegt. Selbst aus der eigenen Partei kam Contra.
Allerdings haben wir uns schon sehr gewundert. In der Sitzung des Schulausschusses wurden durch die CDU akribisch die positiven und negativen Seiten von Diems Wirken aufgearbeitet. Fast glich der Vortrag einer Verteidigung des Sportfunktionärs. Dass man mit dem Wissen, welchen Dienst Carl Diem für den Nationalsozialismus geleistet hat, zu dem Schluss kommen kann, dass die positiven Verdienste überwiegen, ist für uns absolut unverständlich.
Wir haben uns nach der Sitzung des Schulausschusses noch einmal intensiver mit verschiedenen Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Quellen auseinandergesetzt.

In einigen Bereichen war Diem zwar kein überzeugter Nationalsozialist, war jedoch Opportunist und hat sich für die NS-Sportpolitik und den Endkampf instrumentalisieren lassen und seinen großen Einfluss als Sportfunktionär auf Jugendliche missbraucht.
Wenn ein Gebäude nach einer Person benannt wird, dann ehrt man diese Person.
Und wenn man eine Person in dieser Weise ehrt, dann muss sie makellos sein. Das war Carl Diem nicht. Das kann auch die CDU nicht abstreiten, auch wenn die positiven Verdienste aus ihrer Sicht überwiegen.

Wir haben gemeinsam beschlossen, dass die Sekundarschule (bisher ohne Namen), die Sporthalle und die Sportanlagen einen neuen Namen bekommen sollen. Die Verwaltung ist beauftragt worden, ein Auswahlverfahren für den Namen zu entwickeln. Hier sollten wir genau prüfen, ob die Benennung überhaupt nach einer Person stattfinden sollte, denn diese müsste sehr hohe Ansprüche erfüllen.

 

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