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Chance beim Lehrschwimmbecken vertan – wieder keine Wertschätzung für Familien, Kinder und Jugendliche

Im Wadersloher Hauptausschuss am 6. April 2022 wurde über die neuen Eintrittspreise für das Lehrschwimmbecken in Liesborn, das nach den Sommerferien nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffnet werden soll, gesprochen. Hierbei wurde nicht nur eine Verdopplung von beinahe allen Preisen beschlossen, wir hatten zu diesem Tagesordnungspunkt auch den Antrag gestellt, die Nutzung des komplett renovierten Schwimmbads für Kinder und Jugendliche kostenlos zu gestalten. Dieser Antrag wurde von der Mehrheit des Hauptausschusses abgelehnt. Aus unserer Sicht eine vertane Chance, Familienfreundlichkeit und Wertschätzung auszudrücken.

Der neue Preis für Kinder und Jugendliche wird zwar „nur“ einen Euro betragen, „aber an dieser Stelle hätten wir als Politik nun die Gelegenheit, mit wenig Mitteln ein symbolkräftiges Signal der Wertschätzung an Familien zu senden, indem wir den Eintritt für Kinder und Jugendliche zum Lehrschwimmbecken kostenfrei gestalten“, betont Anne Claßen.

Aus Sicht der SPD-Fraktion wäre ein solches Signal dringend notwendig: Familien sind momentan durch die angespannte Lage in der Corona-Pandemie und die Herausforderungen der Preissteigerungen in allen Sektoren ohnehin immer wieder die Leidtragenden. Darüber hinaus gibt es pandemiebedingt großen Nachholbedarf bei Kindern hinsichtlich des Schwimmen-Lernens. „Wir hätten uns auch vorstellen können, den kostenlosen Eintritt als Kompromissvorschlag zunächst zeitlich zu beschränken, zum Beispiel auf zwei Jahre. Zu dieser Debatte kam es aufgrund der Abwehrhaltung der anderen Fraktionen aber gar nicht erst“, so unsere Fraktionsvorsitzende Anne Claßen.

Bedingt dadurch, dass das Schwimmbad ohnehin, auch nach der Preiserhöhung, nicht kostendeckend arbeitet und durch die Gemeinde bezuschusst wird, täte der „fehlende Euro“ im Gemeindehaushalt nicht weh. Für andere Projekte würde deutlich mehr Geld in die Hand genommen.

„Da hilft es auch nicht, dass die CDU versucht, sich mit der Investition in das Schwimmbad herauszureden: Die Renovierung war aufgrund des desolaten Zustands dringend notwendig. Eine Schließung des Bads wäre aufgrund fehlender Ausweichmöglichkeiten für den Schwimmunterricht nicht infrage gekommen!“ ergänzt unser stellvertretender Fraktionsvorsitzender Jan Smyczek.

„Ich finde die Entscheidung natürlich schade. Nach den vielen familienunfreundlichen Entscheidungen in der Vergangenheit und dem zuletzt wahrgenommenen Verhalten der Mehrheitsfraktion wundert mich diese Haltung allerdings nicht“, fasst es Anne Claßen für ihre Fraktion zusammen.

Die Ablehnung des SPD-Antrags zur kostenlosen Nutzung des Schwimmbeckens durch Kinder und Jugendliche reiht sich in eine Liste von unsozialen Entscheidungen ein: Nach der Abschaffung der Kinder- und Familienförderung beim Kauf von Wohnbaugrundstücken 2019, der Abschaffung des Zuschusses zum Schulessen von Kindern und Jugendlichen sowie der Ablehnung von Kostenlosen Windelsäcken möchte die Mehrheit in der Wadersloher Politik wohl auch dieses Mal keine Wertschätzung für Familien zeigen.